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Energie – ein Megathema oder nicht?

Energie – ein Megathema oder nicht?

Das Thema Energie hat bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst eine untergeordnete Rolle gespielt. Fukushima ist schon einige Jahre her, unsere Energieversorgung funktioniert bestens und an das Fortschreiten des Klimawandels hat man sich gewöhnt – man diskutiert jetzt nicht mehr über das Verhindern oder Begrenzen, sondern über unsere Anpassung an den Klimawandel.

Kann man so leichtfertig über ein Thema hinweggehen, das für unsere Zukunft eine solche Bedeutung hat?

Der steigende Hunger der Welt nach Energie kann nicht mit fossilen oder nuklearen Ressourcen gedeckt werden. Verteilkämpfe sind unausweichlich, wenn wir uns nicht vermehrt lokale, erneuerbare Quellen erschliessen und sorgsam mit den verbleibenden Ressourcen umgehen. Weil die Zukunft der Energieversorgung beim Sorgenbarometer der Bevölkerung und damit beim Wahlkampf nur eine zweitrangige Rolle gespielt hat, wird in der nächsten Legislatur ein neues Parlament die Energiestrategie 2050 beraten, das ihr wohl alle verbleibenden Zähne ziehen wird.

Erfreulicherweise stehen demgegenüber zahlreiche Veranstaltungen, die sich dem Thema Energieversorgung annehmen. Das Europa-Forum bezeichnet das Thema Energie als Jahrhundertherausforderung. Bei der Zürcher Handelskammer, dem heutigen Wirtschaftspodium Limmattal, der Furttal-Arena oder der Standortförderung Unterland kann oder konnte man sich an Diskussionen über unsere Energiezukuft beteiligen, obwohl für all diese Organisationen die Energie kein Kernthema ist. An solchen Foren kann man zum Beispiel einen Garagisten hören, der begeistert von seinen gut gedämmten Häusern und seinen neuen Solaranlagen berichtet – und dabei Subventionen und neue Abrechnungsmodelle für den Strom als wichtigen Treiber seiner Investitionen bezeichnet.

Die Wirtschaft ist also bereit, ihren Beitrag zu einer neuen Energiezukunft zu leisten. Dafür braucht es aber staatliche Rahmenbedingungen, die es auch nicht nur den reinen Idealisten erlauben, Investitionen zu tätigen die der Zukunft von uns allen dienen.

Es bleibt zu hoffen, dass das neue Parlament diese Entwicklung nicht verschläft und sie in die richtigen Bahnen leitet. Sonst überholt die Realität die Politik.

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