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Von Milchkühen und Kälbern

Von Milchkühen und Kälbern

Autofahrende Milchkühe schreien zurzeit laut auf und viele Kälber folgen ihnen gedankenlos. So wird einfach vergessen, dass ein typischer Autofahrer (15’000 km/Jahr) vor 20 Jahren etwa 1000.- Fr. Mineralölsteuern bezahlt hat, während es heute noch rund 680.- Fr. sind – und dies noch ohne Berücksichtigung von Teuerungseffekten. Die Leistung der autofahrenden Milchkühe ist also um einen Drittel gesunken, während ihre tierischen Verwandten in dieser Zeit ihre Milchleistung um die Hälfte gesteigert haben.

Die Abgaben der autofahrenden Milchkühe werden zurzeit zu über 70% für direkte Kosten im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr eingesetzt. Nicht mitgerechnet sind darin Umwelt- und Unfallkosten sowie Kosten, die auf Gemeindeebene für Strassenbau und – unterhalt anfallen. Das ist ein weit höherer Anteil, als im übrigen Europa zweckgebunden verwendet wird und deckt bei einer Vollkostenrechnung wohl gerade etwa die Kosten des Strassenverkehrs. Das Muhen der Autofahrer hat also kaum eine rationale Grundlage.

Die Leitkühe der Milchkuhinitiative wischen auch gerne unter den Tisch, dass mit der neuen NAF-Vorlage zusätzlich rund 1 Mrd. Franken zweckgebunden in den Strassenverkehr fliessen sollen. Die Torpedierung des Kompromisses, der mit der NAF-Vorlage vorliegt, kann daher auch nur als Kalberei bezeichnet werden.

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